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Die Tinnitus Akutphase

In der Tinnitus Akutphase sind durchblutungsfördernde Infusions-Maßnahmen die Standardtherapie. Sie müssen möglichst schnell eingeleitet werden. Eine Ruhigstellung des Betroffenen ist ebenfalls ganz wichtig. Weitere ergänzende Verfahren der Naturheilkunde wie auch die hyperbare Sauerstofftherapie werden diskutiert und unterschiedlich gut bewertet. Wichtig ist, dass in den ersten Stunden überhaupt reagiert und eine ärztliche Untersuchung und Behandlung eingeleitet wird. Die Therapieerfolge in den ersten Stunden werden in der Literatur mit bis zu 90% angegeben und auch in den ersten drei Tagen noch als sehr günstig beurteilt. Die Spontanheilungsrate des Tinnitus beträgt bis zu 30%.

Die chronische Tinnitus Erkrankung

bullet Bei der chronischen Tinnitus Erkrankung kann die hyperbare Sauerstofftherapie als ergänzende Möglichkeit versucht werden: Es handelt sich um ein sehr altes Verfahren, das sich zunehmender Beliebtheit in der sonst oft so ausweglosen Tinnitustherapie erfreut. Man simuliert in einem Schein-U-Boot einen Tauchgang von 15 m Tiefe, bei dem die Patienten über Masken 100 %-igen Sauerstoff einatmen. Der Gehalt an im Blut gelöstem Sauerstoff soll maximal gesteigert, die Sauerstoffversorgung im Innenohr verbessert und die Regeneration der Sinneszellen angeregt werden. Viele Patienten geben nach der Behandlung an, dass sich die Intensität ihres Ohrgeräusches nach subjektivem Empfinden verringert habe. Dies lässt sich jedoch schlecht objektivieren, da es sich ja um eine persönliche Wahrnehmung handelt und der Arzt auf die Angaben seines Patienten angewiesen ist. Allzu rosige Erfolgsquoten sollte man in jedem Falle hinterfragen. Besteht die Tinnitussymptomatik fort, so richtet sich das Behandlungsziel im Wesentlichen darauf, die Beschwerden zu lindern und für den Patienten erträglicher zu machen. Auch hier gibt es noch Hoffnung, man braucht sich seinem Schicksal nicht passiv zu beugen.
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Maskierung des Tinnitus mit Hilfe sog. "Masker". Sie sehen aus wie kleine Hörgeräte und bringen in den meisten Fällen Erleichterung. Individuell auf den Patienten und die Frequenz seines Ohrgeräusches abgestimmt,senden die Geräte programmierte Töne aus, die die Phänomene des Innenohres übertönen sollen. In enger Zusammenarbeit von Ärzten und Akkustikern kann eine optimale Anpassung erfolgen, und der Kranke verspürt Linderung
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Stressfaktoren und seelische Befindlichkeitsstörungen erschweren den gesamten Empfindungseindruck und verstärken alle Sinneswahrnehmungen (auch den Tinnitus). Das Hörsystem trägt den Hauptteil der Belastung. Deshalb ist es so wichtig, eine individuelle Therapie zur körperlich - seelischen Entspannung und zur Bewältigung der Hörphänomene zu wählen. Welche Behandlungsmethode man auch wählt: Immer ist auch eine Analyse der eigenen Lebensumstände, der eigenen Persönlichkeitsstruktur und der Stress auslösenden Situationen wichtig. Nur eine bewusste Verhaltensänderung unter Anleitung wird zu einer besseren Bewältigung schwieriger Alltagssituationen führen und die quälende Symptomatik lindern.Eine kurzfristige Einbeziehung des Partners in die psychologische Betreuung kann sinnvoll sein, damit er die Ängste und Belastungen besser verstehen und bei deren Bewältigung einfühlsamer helfen kann.
bullet Ganzkörperentspannung und Bewegungstherapie zur körperlichen Selbsterfahrung und -entwicklung Feldenkreis etc.
bullet Retraining - Gewöhnungstherapie .Aus England kommt dieses relativ neue Verfahren, das in Deutschland jetzt eingeführt wird. Es ist mit einer Desensibilisierung bei den Allergikern vergleichbar.Stufenweise wird der Betroffene mit seinem Tinnitusgeräusch konfrontiert. Er soll lernen, das Geräusch zu akzeptieren als einen Teil seines Hörens und zu tolerieren , es später dann durch eine Filterung seiner Wahrnehmung gar nicht mehr bewusst zu hören. Nähere Auskünfte bei der Tinnitus-Liga.
bullet Musiktherapie :Unser Gehirn ist in der Lage, Töne und akustische Reize allgemein zu filtern und je nach ihrer Bedeutung unterschiedlich stark bzw. gar nicht wahrzunehmen. Bereits vor mehr als 50 Jahren hat Prof. Tomatis aus Paris herausgefunden, dass das Wahrnehmungsvermögen unseres Gehirns und die Filterung von Höreindrücken insbesondere für hohe Töne trainierbar sind. Diese Erkenntnis macht man sich in der Musiktherapie des Tinnitus zunutze. Dem Patienten wird klassische Musik vorgespielt, meistens ein Violinkonzert von Mozart; bei gleicher Tonhöhe tritt ein Ton auf, der in seiner Frequenz dem Tinnituston entspricht, so wird ein dem Tinnitus ähnliches Störsignal in die Musik eingebaut. Was zuerst als lästige Störung der Musik empfunden wird, soll später durch das Training überhört und nur noch abgeschwächt wahrgenommen werden.
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Das sog. Mentale Musik- Motivationstraining (entwickelt von M. Kusatz u. Mitarb.) verwendet eine ursprünglich für Schmerzpatienten zusammengestellte und individuell variierbare Klangkomposition. Sie soll Entspannung durch Musik bieten und verzichtet auf das oben beschriebene tinnitusähnliche Störelement bei der Musikwahrnehmung. Ziel ist eine verstärkte Selbstkontrolle des Patienten und eine Veränderung seiner Verhaltensweisen, die er selbst als nicht richtig erkannt hat. Ein Kassette wird wie ein Medikament für den Bedarfsfall mit nach Hause gegeben. Einige Krankenkassen übernehmen inzwischen die Kosten für die zweiwöchige ambulante Therapie
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Literatur: Hörsturz und Tinnitus Buch-Tipps