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Das Mittelohr

Das Mittelohr mit Paukenhöhle mit Trommelfell und Gehörknöchelchen

Das Mittelohr (Auris media) besteht aus der Paukenhöhle mit dem Trommelfell und den Gehörknöchelchen, Nebenräumen der Paukenhöhle im so genannten Warzenfortsatz und der Ohrtrompete.

Die Paukenhöhle (Cavitas tympanica) ist etwa 3-6 mm breit und hat sechs verschiedene Wände. Sie enthält die drei Gehörknöchelchen, die Hammer, Amboss und Steigbügel genannt werden. Die Gehörknöchelchen dienen dem Übertragen und gleichzeitigen Verstärken der Schallwellen vom Trommelfell auf das Innenohr. Sie sind durch Gelenke miteinander verbunden.

An der seitlichen Wand der Paukenhöhle schließt das Trommelfell (griech. tympanon = Handtrommel) den äußeren Gehörgang gegen die Paukenhöhle ab. Beim Trommelfell handelt es sich um eine etwa 0,1 mm dicke, ovale bis kreisförmige bindegewebige Membran von etwa 1 cm Durchmesser. Sie ist auf der Gehörgangsseite mit äußerer Haut und auf der Seite der Paukenhöhle mit Schleimhaut überzogen. Das Trommelfell kann bei der Ohrspiegelung von außen begutachtet werden. Es glänzt graugelb und lässt Teile der Gehörknöchelchen durchschimmern. Der Hammer ist mit dem so genannten Hammergriff am oberen Teil des Trommelfells angewachsen. Dieser Teil des Trommelfells ist besonders dünn und wird mit dem jeweiligen Druckgefälle ein- oder ausgedellt. Bei einer Entzündung des Mittelohres kann Eiter durch diese dünne Stelle durchbrechen und in den äußeren Gehörgang fließen.

Die innere Wand der Paukenhöhle trennt diese vom Innenohr ab. Sie enthält zwei Fenster, die ovales und rundes Fenster genannt werden. Oberhalb des ovalen Fensters verläuft ein kleiner Kanal mit dem so genannten Gesichtsnerven (Nervus facialis, Hirnnerv VII). Auf Grund dieser engen anatomischen Beziehung sind Lähmungen des Gesichtsnerven (Fazialislähmung) eine häufige Folge von Mittelohrerkrankungen. Die vordere Wand der Paukenhöhle hat eine Öffnung, die zur Ohrtrompete führt, die Hinterwand hat Zugang zu den Nebenräumen im Warzenfortsatz. Diese Nebenräume sind mit Schleimhaut ausgekleidet und lufthaltig. Das Dach der Paukenhöhle besteht aus einer dünnen knöchernen Trennwand zur mittleren Schädelgrube. Der Boden der Paukenhöhle grenzt an ein größeres Blutgefäß, die innere Drosselvene (Vena jugularis interna).

Die Ohrtrompete (Tuba auditiva) wird nach ihrem Entdecker, dem päpstlichen Leibarzt Bartolomeo Eustachi auch Eustachische Röhre genannt. Sie ist ein etwa 3-4 cm langer Kanal und verbindet die Paukenhöhle mit dem Nasen-Rachen-Raum. Die Ohrtrompete dient dem Druckausgleich für die Paukenhöhle. Beim raschen Überwinden größerer Höhen- und damit Druckunterschiede, z.B. beim Fliegen, im Gebirge oder beim Tauchen, kommt es zu einem Druckgefälle zwischen äußerem Gehörgang und Paukenhöhle. Entsprechend diesem Druckgefälle wird das Trommelfell entweder in die Paukenhöhle oder in den Gehörgang gepresst, was sich als "Druck auf den Ohren" bemerkbar macht. Durch Schlucken oder "Luftpressen" mit zugehaltener Nase lässt sich dieser Druckunterschied ausgleichen.

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