Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Welche Erfahrungen haben Sie mit Hörsturz oder Tinnitus gemacht. Wie ist es bei Ihnen entstanden? Berichten Sie von Ihren Therapieversuchen oder -erfolgen.
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Miksen80
Beiträge: 4
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 22:52

Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von Miksen80 »

Hallo,

ich möchte einfach, das jemandem nicht das gleiche passiert wie mir, aber lest selbst:

Tag 1: Aufgewacht, mit vermindertem Hörvermögen (Watte im Ohr) linke Seite.Unwissend, was ein Hörsturz ist, bin ich erst einmal zu unserem Betriebsarzt, der hat ins Ohr geschaut und meinte es müsse ausgespült werden. Also habe ich gleich beim Hausarzt angerufen und bin abends noch hin zum ausspülen. In vollem Vertrauen auf den Betriebsarzt, hat mich mein Hausarzt nicht einmal gesehen, die Arzthelferinnen haben mir das Ohr ausgespült. Das Ohr war nach dem Spülen immer noch zu, auf meine Frage ob das normal wäre wurde mir erwidert, das das mit dem Ausspülen zusammen hängen könnte und das ich einen Tag warten sollte. Wenn es nicht innerhalb eines Tages aufgehen solle, sollte ich wieder kommen. Also habe ich einen Tag gewartet bzw. habe ich einen Tag verloren.

Tag 2: Ohr immer noch zu, dachte mir, den Weg zum Hausarzt spare ich und gehe direkt zum HNO. Diagnose dort: Hörsturz. Bin aus allen Wolken gefallen! Mir wurde dann das Medikament Predni H Tablinen 50mg verschrieben, was ich aber erst ab nächsten Morgen einnehmen solle. Wieder ein Tag verloren!

Tag 3,4,5: Tabletten genommen, tatsächlich, das Ohr ging wieder auf. Doch trat dann auf einmal ein unangenehmes, hohes piepsen im Ohr auf! Also, wieder zum Arzt, da ich meinen ersten Arzt nicht erreichen konnte, versuchte ich bei 5 Ärzte einen Termin zu bekommen. Keiner hatte nen Termin frei, frühestens in 2 Wochen! Der 6. Arzt hat mich sofort in die Praxis gebeten. Dort Hörtests und das ganze Programm. Ich erzählte ihm von dem piepsen, er meinte, das könnten Nachwirkungen sein und ich soll 4 Wochen warten und wenn es dann nicht besser sei wieder kommen. Ich dachte, das kann doch nicht sein! Wieder ein Tag vorbei!

Tag 6: Habe mich morgens als Notfallpatient (um überhaupt ernst genommen zu werden) bei meinem ersten HNO Arzt einweisen lassen. Er hat mir ne Infusionstherapie vermacht in der ich jetzt stecke. 5 Infusionen. Aber das Pfeifen ist immer noch da! Bin auch jetzt erst krank geschrieben worden, war vorher die ganze Zeit noch arbeiten, kein Arzt hielt es für nötig mich krank zu schreiben.

Lest euch das durch und lernt daraus! Verliert keine Zeit und geht sofort zum HNO Arzt oder in die Klinik! Ich habe durch Fehldiagnostik und blindes Vertrauen wertvolle Tage verloren und es besteht die Gefahr, das das Pfeifen im Ohr bleibt!
Ich hoffe ich kann durch meine Erfahrungen anderen helfen!
Ich wurde hängen gelassen von den Ärzten, kein Arzt sah Dringlichkeit in meinem Fall und hätte mir erst spät Arzttermine gegeben! Lasst euch nicht abwimmeln!

Miksen80
Beiträge: 4
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 22:52

Re: Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von Miksen80 »

So, da bin ich wieder. Nach der Infusionstherapie darf ich euch mitteilen, das ich Glück hatte! Das Piepsen ist mit der letzten Infusion verschwunden und jetzt, ca. 1 Woche nach den Infusionen ist es immer noch weg und es sieht gut aus!
Mein letzter Hörtest war auch sehr gut, kaum ein Unterschied zu meinem "gesunden" Ohr.
Ich bin sehr froh, das das Pfeifen weg ist, denn abends im Bett war es fast unerträglich.
Ich poste, um denjenigen Hoffnung zu machen, die vielleicht wie ich wertvolle Zeit verloren haben.
Es kann dennoch noch alles gut werden!
Ich weiß jetzt viel mehr zu schätzen, was es für ein Luxus ist gut hören zu können!
Cosanzeana
Beiträge: 2
Registriert: So 21. Mär 2010, 21:01

Re: Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von Cosanzeana »

Hallo!
ich freue mich für Sie!
Ich wurde genauso wie Sie behandelt, eigentlich schlimmer. Nachdem ich spät am Abend einen Piepsen hörte, bin ich gleich am nächsten Tag zum Allgem. Arzt gegangen. Ich muss dazu sagen, dass ich in England lebe und hier ist es leider so, man geht erst zum Allgem. und dann erst wier man weiter geschickt. Der Allgem. Arzt meinte es wäre nichts. Ich soll eine Woche warten und wieder kommen, sollte es sich nicht verbessert haben. Da ich viel verreise (bin Musikerin! noch dazu) bin ein 5 Tage später in Österreich zu einem HNO Arzt gegangen. Hier wurde sofort ein Hörsturz festgestellt. Der Schock war gross, ich konnte es nicht fassen. Am nächsten Tag musste ich leider zurück nach England fliegen, so konnte mir die Ärztin keine Infusionen verschreiben, nur Tabletten (Cortison und Betahistin). Nach der Behandlung habe ich wieder ein Hörtest gemacht, das Ergebnis war sehr gut, mein Gehör ist wieder perfekt. Mein Tinnitus aber ist immer noch da. Es sind inzwischen über 4 Monaten vergangen und ich trage immer noch die Folgen. Ich bin auch sehr empfindlich an laute Geräusche (Stimmen, Musikinstrumente, etc) und weiss schon nicht mehr was zu machen. Die Ärzte in England sind zum verzweifeln.
Ich freue mich für Sie. Vielleicht ist es bei mir zu spät gewesen. Ich wurde erst nach 10 Tage richtig behandelt! Entsetzlich.

Schönen Abend .
Miksen80
Beiträge: 4
Registriert: Sa 7. Nov 2009, 22:52

Re: Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von Miksen80 »

Das tut mir sehr leid für sie. Sind denn wirklich alle Register gezogen worden? Meine Ärztin hätte mir als nächsten Step nämlich noch eine Sauerstofftherapie verpasst, vielleicht kann die ja noch was bewirken!?
Ich hoffe es ist nicht allzuschlimm, denn ich weiß genau wie das ist wenn das Ohr pfeift.
Ich wünsche ihnen nur das beste!
Domi
Beiträge: 3
Registriert: Sa 31. Jul 2010, 17:26

Re: Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von Domi »

Hallo ich hab mir dein text eben durchgelesen. Ich kann dich sehr gut verstehen mir ging es auch so wochenlang bin ich zum Arzt gerannt keiner nahm mich für ernst. Jetzt hab ich durch den Hörsturz mein Gleichgewichtssinn komplett verloren. Ich bin total am Ende, wäre ich gleich an den richtigen Arzt gekommen wäre ich heut noch gesund oder nur etwas probleme mit dem Gleichgewicht ich kann nicht mehr stehen und sitzen.
lg
Nordlichtmeile
Beiträge: 1
Registriert: Do 2. Sep 2010, 08:57

Re: Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von Nordlichtmeile »

Hallo, Mitleidende.
Ich habe ähnlich schlimmes erlebt. Ich möchte behaupten, das die Ärzte, und das krankende Gesundheitssysthem in Deutschland daran Schuld sind, das mein Hörsturz/Tinnitus nun nicht mehr zu heilen ist.
Bin auch morgens aufgewacht, und hatte eine Hötminderung links. Habe mir sofort einen Termin beim HNO geben lassen, wo ich 2 Tage später schon dran kam. Es wurde festgestellt, das keine Verschmutzung im Ohr bestand, sondern starke Verspannungen im Nackenbereich zu einer Durchblutunngsstörung geführt haben, bei denen das Ohr reagiert habe. Es wurde auf abwarten entschieden. Da ich 2 Tage später einen Termin beim Orthopäden hatte, trug ich ihm die Sache vor, der jedoch meinte das es unmöglich zusammenhängen könne, ich solle zom HNO gehen, gab mir nur Tabletten. Nächsten Tag ging ich zum Hausarzt, in der Hoffnung, das der mir Krankengymnastik/Massagen verschreibt. Auch Fehlanzeige. Er renkte mich ein. Am nächsten Tag verschlimmerung, Anruf beim HNO, Notfall, ich solle gleich kommen. Einweisung in HNO Klinik (1 Woche nach Hörsturz). Infusionen, Cortison. Nach einer Woche Entlassung, leichte Besserung. Abschlußsatz des Chefarztes dort: Es dauert noch, bis das sich normalisiert. 2 Tage nach Entlassung, wieder ein Hörsturz. Schlimmer als beim ersten mal. Scock! Mein HNO hat 3 Wochen Urlaub. Also zum Kollegen. Der verschrieb mir Vasomortal. Das nahm ich 4 Wochen, keine Besserung. Wieder zum Stamm-HNO. Da kam der Tip zu einer Kompaktkur im Inti (Institut für Tinnitusforschung und Therapie), welche jetzt genehmigt ist, und bevorsteht. Da ich in einer physiotherapie-Praxis Rehasport mache fragte ich auch dort. Man sagte mir, wenn einer meiner behandelnden 4 Ärzte mir am Anfang ein Rezept für Krankengymnastik ausgestellt hätte, würden die Verspannungen gelöst worden, und das Problem behoben. Doch nach den Gesetzen wird das bei Verspannungen nicht mehr verschieben. Da krankt das Systhem, zu lasten des Kranken mal wieder.
Lago
Beiträge: 1
Registriert: Di 5. Feb 2013, 17:30

Re: Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von Lago »

Ich möchte mit diesem Beitrag allen Betroffenen Hoffnung im Bezug auf den Krankheitsverlauf machen. Bei mir lief es folgendermaßen ab.
(Vorab: Passt bei HAES-Infusionen auf, die können häufig monatelangen, nicht therapierbaren, starken Juckreiz auslösen!)

Tag 1: Ich habe am Nachmittag festgestellt, dass ich ein dumpfes Gefühl im rechten Ohr habe, so als hätte ich Wasser im Gehörgang, wo sich aber nichts befand. Zudem hört ich einen Ton mit anderer Tonhöhe auf dem rechten Ohr, wenn ich hoch pfiff. Da ich schon einmal von einem Hörsturz erfahren habe, machte sich dieser Verdacht breit. Nachdem ich Symptome für Hörsturz recherchiert habe, schien es daraufhin zu deuten. Ich habe kurzerhand beim HNO angerufen und meinen Verdacht auf Hörsturz mitgeteilt und deswegen um einen schnellen Termin gebeten.
Der Hörtest beim Arzt ergab, dass ich bei einer Frequenz einen erheblichen Einbruch an Hörkraft erlitten habe, den ich jedoch nicht wahrnahm. Nachdem ich dem Arzt das dumpfe Gefühl im Ohr geschildert habe, bestätigte er meinen Verdacht und teilte mir mit, dass ich einen Hörsturz erlitten hatte. Der Arzt sagte jedoch, dass eine gute Wahrscheinlichkeit auf spontane Genesung bestünde und hat mich daher (es war 18 Uhr) erstmal nach Hause geschickt und mir gesagt ich solle Ruhe halten.
Tag 2: Am nächsten Tag bin ich mittags erneut zum Arzt gegangen. Das dumpfe Gefühl war zwar weg, jedoch lag immer noch ein Einbruch der Hörkraft bei der einen Frequenz vor. Daraufhin bekam ich eine 20er Packung Trental (400mg) verschrieben, von der ich bereits am selben Tag 3 Stück über den Tag verteilt einnam.
Tag 3: Am abend des nächsten Tages setzte dann ein Tinnitus ein, der mich sehr beunruhigte, da ich Angst hatte, er würde bleiben. Dafür begann der Doppelton zu verschwinden.
Tag 4-5: Ich litt unter mehr oder weniger konstantem Tinnitus, der bei Stress, Aussetzung von lauten Geräuschen und Gesprächen und körperlicher Betätigung anschwoll und bei Ruhe und Entspannung leiser wurde. Da mir der Tinnitus selbst Angst machte befand ich mich in einem Teufelskreis. In dieser Zeit kamen zu den eigentlichen harmlosen körperlichen Beschwerden psychische hinzu.
Der Doppelton war einem allgemeinen Klirren gewichen.
An Tag 5 war ich noch einmal beim HNO für einen Hörtest. Das Ergebnis war, das meine Hörkraft zugenommen hat.
Tag 6: Ich wachte auf und der Tinnitus war ungewohnt leise und blieb es auch über den Tag hinweg. Selbst das Anschwellen fiel nur noch gering aus und verschwand sehr schnell sobald ich Ruhe hatte. Am Abend kam (vermutlich durch meine noch anhaltenden Angstzustände) ein weiterer Tinnitus auf dem linken Ohr hinzu. Ich bekam Panik und bin kurzerhand eine Runde spazierengegangen, um mich auf andere Gedanken zu bringen und den Tinnitus im linken Ohr loszuwerden...mit Erfolg. So plötzlich wie der Tinnitus im linken Ohr da war, so plötzlich war er weg und er verschwand spurlos. Auch der Tinnitus im rechten Ohr war nach dem Spaziergang deutlich leiser geworden. Letztlich konnte ich am Abend entspannt und mit leisem Tinnitus einschlafen.
Das Klirren, das den Doppelton ersetzt hatte, war fast weg.
Tag 7: Beim Aufwachen stellte ich fest, dass der Tinnitus fast weg war. Ich konnte nicht mehr sagen, welche Tonhöhe er hatte und er kaum noch wahrnehmbar selbst bei Stille. Dieser schwache Schatten eines Tinnitus schwoll auch so gut wie gar nicht mehr an bzw erreichte sofort wieder seinen leisen Ausgangszustand.
Tag 8: Der Hörsturz ist nun eine Woche her und meine Schachtel Trental, von der ich jeden Tag 3 Tabletten über den Tag verteilt nach dem Essen einnahm, war fast leer. Ich hatte einen erneuten Besuch beim HNO. Der Hörtest ergab eine 100% Erholung vom Hörverlust.
sowohl Doppelton als auch Klirren waren spurlos verschwunden. Tinnitus war selbst mit Mühe fast unhörbar.
Fazit: Dumpfes Gefühl im Ohr war bereits nach etwa 18 Stunden von selbst (ohne Behandlung) weitesgehends und im Laufe der Woche (mit Trental) komplett und spurlos verschwunden.
Hörverlust nach etwa einer Woche komplett und spurlos ausgeglichen, 100% Hörkraft wiedererlangt.
Doppelton und Klirren nach insgesamt 1 Woche vollkommen und spurlos verschwunden.
Tinnitus weg. Seit Tag 6 merkte ich eine Verbesserung, die von da an langsam, aber kontinuierlich andauerte und dadurch eine massive Verbesserung zur Folge hatte. Mittlerweile ist nur noch der Hauch eines Pfeifens übrig geblieben, der bei Stress und Krach anschwillt, danach aber sofort verschwindet, der selbst bei absoluter Ruhe mit Mühe kaum mehr überhaupt wahrnehbar ist, geschweige denn, dass ich die Tonhöhe heraushöre und von Behinderung von Ruhemomenten ist gar nicht mehr die Rede. Diesen Rest überlasse ich der Heilung durch die Zeit.
Ich habe aufgrund der allerletzten Spuren mir noch eine weitere Packung Trental verschreiben lassen, die ich eine weitere Woche nehmen werde um damit den Körper in dem Ausgleichen der allerletzen Spure unterstütze.
An alle, die wie ich in Foren Erfahrungsberichte gesucht haben, um eine Orientierung zu haben, was mit einem passiert: Handelt schnell, verschafft euch mit Nachdruck einen Termin, (ich kann nicht sagen, ob bei mir nicht eine spontane Heilung stattfand, aber) ich bereue es nicht Trental genutzt zu haben, macht euch nicht wie ich wegen des Tinnitus verrückt, er ist erstmal da und scheint sich nicht ansatzweise zu verändern, doch dann irgendwann setzt eine langsame aber fortwährende Verbesserung ein, die man nu rückblickend erkennt, verschafft euch nicht wie ich zusätzliche Probleme (die waren das eigentliche Problem für mich, nicht der Tinnitus), entspannt euch (zur Panik besteht kein Grund, Ruhe unterstützt den Heilungsprozess, zugleich hält Stress den Heilungsprozess auch nicht auf, kein Grund sich also reinzusteigern) und ganz wichtig:

PASST BEI INFUSIONEN (HAES) AUF: Informiert euch dafüber, welche Infusion euch der Arzt verschreibt. Vermeidet HAES-Infusionen. Wenn ihr euch darüber informiert, werdet ihr feststellen, dass diese Infusion fatale Nebenwirkungen haben kann. Sie kann monatelangen, schwer oder nicht therapierbaren Juckreiz verursachen, der wohl erst von selbst verschwindet und die Anfälle nur nachlassen, wenn man dem Kratzen widersteht, da Kratzen diese noch mehr verstärkt. Also Finger weg! Aber ich glaube, das wird heute kaum noch verabreicht.

Lasst den Kopf also nicht hängen! Ich bin das beste Beispiel, das ein Hörsturz auch einfach spurlos verschwinden kann.

Lg,
Lago
Michael Martin
Beiträge: 3
Registriert: So 13. Okt 2013, 08:12

Re: Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von Michael Martin »

Hallo,
ich hatte vor einigen Tagen einen durch verschiedene Stressfaktoren (neuer stressiger Job, neue laute Nachbarn) bedingten erneuten Hörsturz auf dem rechten Ohr (ltzt. Jahr bereits den ersten), habe das allerdings erst nach ein paar Tagen wirklich für mich so erkannt und bin dann zum HNO- Arzt,der nach dem Hörtest meinte, das sei normal. ich bestand allerdings auf einer Infusionstherapie, weil ich alle Möglichkeiten ausschöpfen möchte, dass das nicht bleibt, den es ist, wie ja jeder hier weiß, eine enorme seeelische ud körperliche Belastung, mit dem Tinnitus zu leben.
Also ab in die Klinik und 4 Tage Cortison- Infusionen, seit gestern mit Cortsiontabletten und ab morgen ausschleichend.
Aber es hat nicht wirklich viel geholfen. Das Cortison putscht auf und lässt mich nicht richtig durchschlafen, die Nachbarn nerven immer noch, obwohl ich Tacheles mit ihnen geredet habe, ich komme schlecht zur Ruhe, müsste ab morgen eigentlich wieder arbeiten, da ich selbständig bin, zahlt mir niemand den Arbeitsausfall, das wiederum setzt mich ebenfalls enorm unter Druck, und das befördert natürlich auch den Tinnitus, also ein Teufelskreis......
Nun lese ich über Musiktherapie und Qi- Gong Therapie, da gibt es Selbsthilfebücher, die ich mir bestellen werde.
Ich versuche, in meiner Mitte zu sein, gehe auch wieder ins Fitnessstudio, um meinen Körper anzuregen und "in Bewegung zu bleiben", sehne mich allerdings auch nach Ruhe, die ich momentan auch beim Hören von klassicher und Entspannugsmusik finde..
Hat jemand noch andere Tipps?

Viele Grüße
Michael Martin
Hat jemand Anregungen oder Tips?
JackyS.
Beiträge: 1
Registriert: Fr 3. Okt 2014, 16:31

Re: Macht nicht die Fehler wie ich!!!

Beitrag von JackyS. »

Hallo!

Das kommt jetzt zwar schon ein Jahr zu spät, aber vielleicht helfen meine Erfahrungen in Bezug auf den Hörsturz ja trotzdem jemandem.
Ich bin 23 und hatte vor ca. 4 Monaten einen Hörsturz, den ich zuerst nicht als solchen bemerkte. Über Nacht war mein linkes Ohr zu, da ich aber dachte, gerade eine Erkältung zu bekommen, dachte ich, das liegt daran. Ich bekam dann zwar keine Erkältung, lebte aber einige Tage (wenn nicht sogar Wochen, so genau weiß ich das gar nicht mehr) mit dem gedämpften Hören auf dem Ohr. Da ich zu der Zeit gerade in den letzten Zügen meines Studiums und auf Arbeitssuche und demnach bei mehreren Bewerbungsgesprächen war, habe ich mir nicht die Zeit genommen, mal darauf zu achten, was das sein konnte, sondern ignorierte es. An einem Morgen dann, ausgerechnet ein Samstag, wachte ich mit dem gedämpften Ohr und einem Surren bei hohen Tönen auf, laut dem HNO später war das ein verzerrtes Hören in den hohen Frequenzen. Das machte mir dann richtig Angst und ich habe nach einem HNO-Arzt mit Samstagssprechstunde gesucht, zum Glück hat man da in Berlin meistens Erfolg. Ich fand dann auch tatsächlich eine Ärztin. Die sah in mein Ohr, da war alles frei, machte einen Test mit einer Stimmgabel und diagnostizierte einen Hörsturz. Sie schrieb mir Kortison auf, erste Tagesdosis 150mg, was gar nicht so leicht an einem Samstag aufzutreiben ist, aber eine Apotheke habe ich dann zum Glück doch noch gefunden, die das vorrätig hatte.
Das nahm ich einige Tage, eine wirkliche Besserung trat aber nicht dauerhaft auf. Zwischendurch hatte ich aber mal den ein oder anderen Tag, an dem es fast komplett weg war.
Trotzdem bin ich ein paar Tage später noch zu meinem HNO-Arzt gegangen, der einen Hörtest machte und die Kortisontherapie verlängerte, ich glaube insgesamt nahm ich es dann 10 Tage, jeden Tag mit vermindertem Wirkstoff zum Ausschleichen. Leider war es auch dann noch nicht richtig gut und zusätzlich trat auf einmal ein Brummen auf, das meistens abends kam, hin und wieder über Nacht verschwand, aber auch mal den ganzen Tag blieb. Letztendlich kann ich gar nicht mehr sagen, was schlimmer war, das ständige Brummen oder das geämpfte, verzerrte Hören. Es zermürbt beides sehr, gepaart mit der Angst, dass es vielleicht nicht mehr weg geht.
Mein HNO schrieb mir dann noch Trental auf, das ich eine Woche lang nehmen sollte. Das habe ich auch gemacht, allerdings mit einigen Nebenwirkungen in den ersten Tagen. Mir wurde schnell nach der Einnahme übel, ich fühlte mich innerlich total aufgewühlt und hibbelig, körperlich aber total erschlafft. Ich wollte die Therapie aber nicht abbrechen und nahm es deswegen weiter, schließlich war es gegen Ende auch auszuhalten mit den Nebenwirkungen.
Allerdings half auch das nicht 100%ig, vor allem das Brummen war weiterhin da, manchmal abends, manchmal schon Mittags, was besonders schlimm war, weil ich wusste, dass es frühestens durch das Einschlafen abends wieder weg gehen würde.
Irgendwann überlegte ich, ob es vielleicht von einer verspannten Muskulatur kommen könnte. Ich knirsche in der Nacht mit den Zähnen, habe deswegen auch eine Beißschiene und eine ziemlich verspannte Kiefer- und Nackenmuskulatur. Deswegen bekam ich manuelle Therapie und Massagen verschrieben. Ich kann gar nicht sagen, ob es schließlich das war, was half, oder die Medikamente von davor einfach noch nachwirkten, jedenfalls wurde es dann endlich besser! Ich nahm zusätzlich noch Magnesium, was ich wirklich sehr wirkungsvoll finde, da es manchmal heute noch hilft, das Brummen weg zu bekommen, jedenfalls setzt dieses manchmal wieder ein, wenn ich das Magnesium ein paar Tage nicht genommen habe.
Zwischendurch hatte ich dann auf einmal einen Tag, an dem das verschlossene Ohr und Surren in den hohen Tönen wieder da war. Da bekam ich wieder große Angst, dass der Hörsturz wieder zurück ist bzw. das ein erneuter ist. Ich bin gleich wieder zum HNO, der nochmal einen Hörtest machte, links aber nur kleine Abweichungen zu rechts fand und mir, weil das Wochenende bevorstand, vorsichtshalber Kortison aufschrieb, aber meinte, ich soll erstmal abwarten, ob es nicht wieder besser wird. Es wurde dann tatsächlich besser, ich konnte also auf die erneute Kortisontherapie verzichten.
Von da an ging es sowohl von dem verminderten Hören als auch dem Brummen immer besser und zurzeit gibt es tatsächlich mehrere Tage am Stück, an denen ich keine Beschwerden habe. Letztes Wochenende habe ich noch einen kleinen Wellnessurlaub mit einer guten Freundin machen können, seitdem habe ich auch kein Magnesium genommen und (aufholzklopf) kein Brummen mehr im Ohr gehabt.
Ich hoffe sehr, dass ich den Hörsturz mit all seinen Nachwirkungen damit überstanden habe, weiß aber, dass ich jetzt sehr vorsichtig sein muss, da starke Anspannungen und Stress womöglich tatsächlich ein Auslöser dafür sein können.
Abgesehen von dem Kortison und Trental, die bestimmt beide irgendwie ihren Nutzen hatten, habe ich das Gefühl, dass das Magnesium einen großen Teil zu meiner Genesung geleistet hat. Ich habe das in Tablettenform (400mg) genommen. Eigentlich soll man davon nur eine am Tag nehmen, wenn es ganz schlimm war, habe ich aber auch morgens und abends eine genommen, die Verdauungsprobleme, die man dann am nächsten Tag eventuell hat, waren mir dann auch egal. Natürlich sollte man das nicht dauerhaft machen, aber vereinzelt war das bei mir schon hilfreich.
Außerdem sollte man meines Erachtens die Wirkung von manueller Therapie nicht unterschätzen, da sich dabei der ganze Körper entspannen kann. Selbst wenn der Hörsturz nicht von Anspannungen oder Stress kommen sollte, macht man sich spätestens währenddessen solche Sorgen und hat so viele Ängste, dass es sich zusätzlich noch negativ auf den Hörsturz auswirken kann.


Ich hoffe, ich kann vielleicht irgendjemandem mit meinen Erfahrungen helfen.
Ich habe zwar keine Infusionen bekommen, keine Ahnung, ob das aussagt, dass mein Hörsturz nicht so schlimm war (immerhin hatte ich keinen kompletten Hörverlust), aber ich denke, dass es auch sehr auf die begleitende Therapie zu den Medikamenten ankommt. Zum Beispiel fand ich es beruhigend, klassische Musik zu hören (zb. Die vier Jahreszeiten von Vivaldi), weil es das einzige war, was ich bei dem verzerrten Hören ertragen konnte. Selbst meine eigene Stimme klang währenddessen verzerrt, an Fernsehen oder andere Musik mit Gesang war kaum zu denken. Es blieb klassische Musik und Lesen, das hat zeitweise wirklich entspannt.
Außerderm habe ich gelernt, dass ein Hörsturz nicht gleichzeitig dauerhaft wird, weil man ihn in den ersten Tagen nicht behandelt. Ich hatte ihn schon ca. 2-3 Wochen, bevor ich das erste Mal Kortison nahm, da ich ihn erst ernst nahm, als ich verzerrt hörte. Ich habe garantiert wahnsinniges Glück gehabt, wofür ich auch sehr dankbar bin.

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