Hörsturz: Mit Infusionen nach Wochen noch Chance/Halswirbel

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Spätzle
Beiträge: 2
Registriert: Fr 7. Nov 2014, 00:01

Hörsturz: Mit Infusionen nach Wochen noch Chance/Halswirbel

Beitrag von Spätzle »

Hallo zusammen,
vielleicht kann mir ja einer von euch ein wenig Hoffnung machen. Ich habe am 1. Oktober auf dem linken Ohr einen Hörsturz erlitten. Die Tablettendosierung war mit Pentoxifilin sehr gering angesetzt (nur 1 Tablette am Tag). Es trat nach zwei Wochen Minidosis keine Verbesserung ein, im Gegenteil, das rechte Ohr verschlechterte sich kontinuierlich und langsam auch, ohne dass ich das sofort merkte.
Ich wechselte dann den Arzt nach zwei Wochen, der es dann mit geringem Kortison probierte. Da es immer schlechter wurde, habe ich dann endlich beim Notdienst nach vier Wochen eine Infusionstherapie begonnen, die noch läuf. Ich bin ziemlich verzweifelt, wie sicher viele Betroffene, weil es sich einfach nicht bessert. Verstörend war insgesamt die Erfahrung, die ich mit den Ärzten gemacht hatte. Niemand schrieb mich krank, keiner erklärte mir eigentlich, was Sache ist. Naja, und ich bin mit 34 Jahren auch noch nicht so alt.
Der Ohrenarzt erklärte mir, das ganze wäre auf ein Halswirbelsyndrom zurückzuführen, was auch der Orthopäde bestätigte. Ich bekomme jetzt auch eine Physiotherapie.
Hat vielleicht hier jemand von euch Erfahrung, ob das was bringt insgesamt? Bringt die Infusionstherapie nach all den Wochen denn noch etwas? Ich verzweifele noch an meinen verstopften Ohren und dem Tinnitus.
Ich wäre dankbar, wenn mir jemand vielleicht von seinen Erfahrungen berichten könnte.
Vielen lieben Dank,
Spätzle

Georg
Beiträge: 1
Registriert: Sa 22. Nov 2014, 11:04

Re: Hörsturz: Mit Infusionen nach Wochen noch Chance/Halswirbel

Beitrag von Georg »

Hallo Spätzle,
ich habe nun beschlossen, mich diesem Forum anzuschließen, um Euch meine Erfahrungen mitzuteilen, die ich mit meinen ersten Therapieversuchen nach einem vom HNO-Arzt auf der Grundlage eines durchgeführten Tondiagramms diagnostiziertem Hörsturz gemacht habe.
Der Hörsturz kam unerwartet am 14.10.2014 im Urlaub, unmittelbar nach einer Dampferfahrt. Zuerst glaubte ich, dies sei nur eine Irritation, hervorgerufen durch den Schiffsmotor. Der Druck auf dem linken betroffenen Ohr blieb auch die ganze Nacht und am folgenden Tag, sodass ich den Urlaub abrach und mich am 17.10.2014 in ärztliche Behandlung begab. Sofort wurde eine Tablettentherapie mit Prednisolon hochdosiert abschwellend über 4 Tage verabreicht. Bereits am 1. Tag der Behandlung, also am 17.10.2014 waren alle Geräusche weg, der Druck war weg, auch mein über die Jahre bestehender hoher Tinitus-Ton war weg. Ich war glücklich! Seit Jahren konnte ich nicht mehr so gut hören, wie an diesem Tag. Dies war aber leider nur von kurzer Dauer. Die Ernüchterung kam, nach dem Ausschleichen der Medikamete (so wie es auch vom HNO-Arzt vorgesehen war). Die darauf folgenden Tage waren ein auf und ab, verbunden auch mit hohem Blutdruck infolge der Medikamenteneinnahme.
Ab 27.10.2014 wurde ich dann wieder gesund geschrieben. Die darauf folgende Woche verschlimmerte sich mein Zustand und ich begab mich erneut in Behandlung. Ich versuchte ein schwach dosiertes Ginko-Präparat - ohne Erfolg auf Besserung. Ich erhöhte die Dosis. Auch das brachte nichts. Zur Zeit mache ich eine Therapie und bekomme jeden Tag eine Spritze mit Kortison durch das Trommelfell gespritzt. Dies passiert ambulant in einer renommierten HNO-Praxis in Erfurt. Die HNO-Ärztin, die mich therapiert, ist selbst Mitautorin einer Studie, die dieses Verfahren in Fachkreisen publiziert hat und mit einer großen Erfolgsrate bereits jahrelang bei Betroffenen praktiziert. Aufmerksam geworden bin ich auf diese Therapie nur, weil ich intensiv im Internet recherchiert habe. Dieses Verfahren ist allgemein nicht bekannt, wird auch nicht großartig durch die HNO-Ärzte den Patienten angeraten, da die Krankenkassen dieses Verfahren nicht akzeptieren und somit der Betroffene die Kosten privat finanzieren muss.
Bereits nach der 3. Spritze hat sich mein Hörvermögen auf dem betroffenen Ohr merklich verbessert. Ich höre aber noch alles sehr verzerrt, da der Hörsturz zu eine Nichtwahrnehmung der tiefen Frequenzbereiche geführt hat. Die Ärztin hat mir jedoch Mut gemacht, dass eine gute Erfolgschance besteht, nahezu vollständig mein Hörvermögen auf dem linken Ohr wiederzuerlangen, da ich sehr schnell nach dem zweiten Hörsturz reagiert habe. Jetzt steht noch eine weitere von insgesamt 6 Spritzen aus, die ich am 24.11.2014 bekomme.
Meine anfängliche Euphorie ist jedoch etwas abgeklungen, da die Ohrgeräusche auf dem linken Ohr nicht aufhören. Vor allem bereitet mir Sorge, dass ich nach wie vor alles verzerrt höre, mit einer Verzögerung auf dem betroffenen linken Ohr. Ich nehme links keine tiefen Frequenzen mehr war. Ich habe die Hoffnung jedoch noch nicht begraben, und hoffe immer noch auf ein kleines Wunder. Gern möchte ich Euch auf dem Laufenden halten, denn wenn diese neue Therapie wirklich etwas bringt, kann vielen Betroffenen damit unter Umständen geholfen werden.

Herzliche Grüße
Georg
Spätzle
Beiträge: 2
Registriert: Fr 7. Nov 2014, 00:01

Re: Hörsturz: Mit Infusionen nach Wochen noch Chance/Halswirbel

Beitrag von Spätzle »

Hallo Georg,
vielen Dank für deinen Beitrag. Ich werde es vielleicht noch einmal beim HNO-Arzt ansprechen. Bei mir haben die Ärzte allerdings was ganz anderes entdeckt: Borrelien. Da beide Ohren schlechter wurden, was bei Hörsturz unüblich ist, wurde ein Neurologe "hellhörig. Ich bin nun antibiotisch zwei Wochen behandelt worden. Eine Besserung hat sich nicht eingestellt- aber einer weiteren Verschlechterung hat man damit vielleicht auch vorgebeugt.
Man sollte Borreliose auch bei Hörminderung in Betracht ziehen.
Aktuell werde ich weiter mit einer Physiotherapie mein Gehör aufpolieren, wenn es denn noch geht.
Viele Grüße,
Spätzle
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