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FAQ's: Häufige Fragen zu Hörsturz und Tinnitus

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Ich habe einen Hörsturz erlitten, wie schnell muss ich behandelt werden?

Noch vor wenigen Jahren war der Hörsturz als medizinischer Notfall definiert und musste unverzüglich nach Eintreffen in der Praxis bzw. Klinik behandelt werden. Diese extreme Sicht hat sich geändert, der Hörsturz wird jetzt als therapeutischer Eilfall betrachtet und man strebt an, ihn unverzüglich, zumindest aber spätestens am nächsten Tag zu behandeln. Je schneller die Behandlung nach dem Hörsturz erfolgt, desto höher ist der Anteil der Patienten, deren Hörsturz sich bessert oder ganz verschwindet.

Vorübergehend pfeift es in meinem Ohr, vor allem, wenn es leise ist. Das Pfeifen hört aber immer wieder auf. Bin ich in Gefahr, einen Hörsturz zu erleiden?

Kurzfristiges Pfeifen im Ohr ist etwas ganz Normales. In einem schalltoten Raum wird sogar jeder Mensch ein Pfeifen in seinem Ohr wahrnehmen können. Die Gefahr, einen Hörsturz zu erleiden, ist für sie nicht höher oder geringer als für jeden anderen Menschen.

Wie sind meine Aussichten auf Heilung, wenn ich einen Hörsturz erlitten habe?

Die Prognose der Heilung nach einem Hörsturz wird sehr unterschiedlich beurteilt, abhängig von den Kriterien, die man zur Beurteilung heranzieht. Für den Patienten, der auf einem Ohr normal hört, zählt aber eigentlich nur die vollständige Wiederherstellung des Gehöres, da selbst bei geringen verbleibenden Schäden das so genannte "beidohrige Hören" nicht wieder erreicht wird. Obwohl das Gehör sich nach einem Hörsturz in bis zu über 80% der Fälle verbessert, erreichen nur 30 bis 40% der Patienten ein vollständig normales Gehör. Ein weiterer Punkt, der meist unberücksichtigt bleibt, ist die Frage, ob ein begleitendes Ohrgeräusch nach Hörsturz wieder verschwindet. Bis zu 30% der Hörsturzpatienten behalten dauerhaft ein Ohrgeräusch nach dem Hörsturz.

Nach einem Hörsturz habe ich auf einer Seite vollständig mein Gehör verloren, brauche ich ein Hörgerät?

Wenn Sie auf dem anderen Ohr gut hören, brauchen Sie kein Hörgerät. Ein Hörgerät ist zwar oft in der Lage, das Hörvermögen zu verbessern, es ist jedoch niemals in der Lage, die Leistung eines gesunden Ohres zu erreichen. Solange Sie nicht ein annähernd gleiches Gehör auf beiden Seiten haben, werden Sie sich bei Ihrem Hören immer auf das gesunde Ohr konzentrieren und das kranke Ohr unabhängig davon, wie ausgeprägt Ihre Schwerhörigkeit ist, nicht beachten.

Was ist die Ursache eines Hörsturzes?

Bis heute gibt es keine klinische Methode, die in der Lage ist, zweifelsfrei die Ursache eines Hörsturzes nachzuweisen. Vieles spricht dafür, dass der Hörsturz auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen ist. Beim überwiegenden Teil der Patienten wird eine regionale Durchblutungsstörung im Innenohr vorliegen. Als andere, etwas seltener vorkommende Ursachen werden so genannte Autoimmunvorgänge, also etwas Ähnliches wie bei Rheuma, virale Infektionen des Innenohres, z.B. durch Herpes simplex, und in seltenen Fällen ein erhöhter Druck der Flüssigkeit im Innenohr angesehen.

Hilft die Infusionsbehandlung beim Hörsturz wirklich?

Die Wirksamkeit einer Infusionsbehandlung mit so genannten durchblutungsförderndernden Mitteln konnte noch nicht zweifelsfrei belegt werden, da bislang eine solide klinische Studie fehlt. Es wäre jedoch voreilig, aus dem Fehlen einer solchen Studie auf die Unwirksamkeit der durchblutungsfördernden Medikamente zu schließen. Die Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass bei einer Infusionstherapie die zusätzliche Zugabe von Glukokortikoiden (z.B. Kortison) zur Infusionslösung beim Hörsturz wirksam sein kann. Man geht davon aus, dass hierbei die Wirkung der Glukokortikoide gegen Entzündungen und Autoimmunreaktionen eine Rolle spielt. Ob eine Infusionstherapie beim Patienten durchzuführen ist, müssen Hals-Nasen-Ohrenarzt und Patient gemeinsam besprechen. In keinem Fall sollte dann dabei jedoch auf die Gabe von Glukokortikoiden verzichtet werden.

Was kann ich tun, damit ich keinen weiteren Hörsturz bekomme?

In jedem Falle sollte man sowohl dauerhafte Lärmbelastungen vermeiden als auch versuchen, kurzfristige Spitzenlärmbelastungen, wie sie beispielsweise beim Feuerwerk an Silvester auftreten können, zu vermeiden. Ob gesunde Ernährung, viel trinken und eine stressarme Lebensführung helfen, einen Hörsturz zu verhindern, ist zwar nicht mit letzter Sicherheit bewiesen, aber doch zumindest wahrscheinlich.

Kann eine ernste schwerwiegende Erkrankung die Ursache meines Hörsturzes sein?

In einigen wenigen Fällen können andere ernste Erkrankungen einen Hörsturz vortäuschen, etwa bei jedem zweihundertsten Hörsturzpatienten findet sich nach eingehender weiterer Untersuchung ein, wenn auch gutartiger Tumor des Hör- und Gleichgewichtsnervs. In seltenen Fällen können isolierte kleine Schlaganfälle einen Bereich der Hörbahn im Hirnstamm betreffen und noch seltener sind Erstmanifestationen der multiplen Sklerose, die zunächst wie ein Hörsturz wirken können. Die weit überwiegende Zahl der Patienten ist jedoch, einmal abgesehen vom Schaden des Innenohres, ansonsten völlig gesund.

Ist Stress die Ursache des Hörsturzes?

Viele Hörsturzpatienten berichten, dass sie kurz vor dem Hörsturz einer besonderen psychischen Belastung ausgesetzt waren. Ein direktes Erklärungsmodell, wie Stress einen Hörsturz auslösen könnte, gibt es jedoch nicht. Vielleicht sind Hörsturzpatienten ähnlich wie Herzinfarktpatienten häufiger diejenigen, die nicht in der Lage sind, mit einer hohen psychischen Belastung zurecht zu kommen. Deswegen handelt es sich hier aber nicht um eine psychische Erkrankung, sondern um einen auch messbaren körperlichen Schaden am Innenohr.

Woran erkenne ich, dass ich einen Hörsturz habe?

Der Hörsturz äußert sich in einem plötzlichen innerhalb von Sekunden oder Minuten eintretenden Hörverlust auf einer Seite. Viele Patienten geben an, dass sie ein leichtes Druckgefühl verspüren, ähnlich, als ob Watte im Ohr stecken würde. Oft setzt gleichzeitig mit dem Hörverlust ein lautes Pfeifen ein. Da oft das unmittelbar benachbarte Gleichgewichtsorgan mitbetroffen ist, kann es zu einem Drehschwindel kommen. Die exakte Diagnosestellung erfordert die Durchführung verschiedener Hör- und Gleichgewichtstests beim Hals-Nasen-Ohrenarzt.

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